11. Mai. 2026
Kurz gesagt: FIT-Connect ist die zentrale Zustellplattform für Anträge zwischen Onlinediensten und Behörden. Betrieben wird sie von der FITKO, der Föderalen IT-Kooperation, im Auftrag von Bund und Ländern. Das Ganze funktioniert wie eine Art „Bundes-Postzentrale für digitale Anträge“. Ein Onlinedienst – etwa ein Portal für Wohnsitzummeldungen, Bauanträge oder Elterngeld, verpackt die Antragsdaten und reicht sie an FIT-Connect weiter. Von dort wandert das verschlüsselte Päckchen weiter zur zuständigen Behörde.
Das Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, ihre Verwaltungsleistungen digital anzubieten. Klingt erstmal nach „Dann macht das halt“. In der Realität bedeutet es aber: über 500 Leistungen, mehr als 11.000 Kommunen, dutzende Fachverfahren und jede Behörde mit ihrer eigenen Softwarelandschaft, gewachsen über Jahrzehnte. Ohne FIT-Connect müsste jeder Onlinedienst für jede Behörde eine eigene Schnittstelle bauen. Das skaliert ungefähr so gut wie ein Faxgerät bei einem Pandemie-Ausbruch. FIT-Connect bricht diese n-zu-m-Hölle auf ein einfaches Muster herunter: Onlinedienste sprechen mit FIT-Connect. Behörden sprechen mit FIT-Connect. Und FIT-Connect kümmert sich um den Rest.
Ohne zu tief abzutauchen, sind drei Dinge erwähnenswert:
Für Bürgerinnen und Bürger
Anträge, die wirklich bis zum Ende digital bleiben. Keine Medienbrüche, kein „Bitte drucken Sie das nochmal aus“.
Für Behörden
Eine einheitliche Schnittstelle, hinter der sich beliebig viele Onlinedienste verbergen können. Einmal angeschlossen, ist man für die Zukunft gerüstet – auch wenn morgen ein neues Portal dazukommt.
Für Anbieter von Onlinediensten
Ein klares Integrationsziel. Statt mit jedem Bundesland einzeln zu verhandeln, wird gegen FIT-Connect gebaut und ist damit theoretisch deutschlandweit anschlussfähig.
FIT-Connect ist kein Endzustand, sondern eher der gemeinsame Nenner, auf dem sich gerade viel bewegt. Spannend wird es vor allem an drei Fronten:
Auf längere Sicht liegt hier auch die spannendste Frage: Wenn der Transport gelöst ist, rückt die Bearbeitung in den Fokus. Vorausgefüllte Anträge, automatisierte Plausibilitätsprüfungen oder KI-gestützte Sachbearbeitung werden erst dann relevant, wenn die Daten überhaupt strukturiert und sicher dort ankommen, wo sie hingehören. FIT-Connect ist dafür die Voraussetzung.
In einem Proof of Concept haben wir ein Bürgerportal an FIT-Connect angeschlossen, um den End-to-End-Weg einmal selbst durchzuspielen, vom Bürger-Klick im Portal bis zum verschlüsselten Eingang in der Behörde. Die Erkenntnis daraus: Die Plattform ist überraschend angenehm zu integrieren, wenn die Konzepte einmal verstanden sind. Und genau da wollen wir ansetzen, nicht jede Kommune sollte das Rad neu erfinden müssen. Ein moderner Onlinedienst, der FIT-Connect von Tag eins mitdenkt, statt es nachträglich anzubauen, sieht spürbar anders aus als ein nachgerüstetes Altsystem.